Anspruch der Nymphenburger Gespräche


Warum NYMPHENBURGER GESPRÄCHE?

Grundlage und Voraussetzung für die NYMPHENBURGER GESPRÄCHE liegen in der Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung, die im entschiedenen Engagement für ein friedliches Miteinander der unterschiedlichen Gruppierungen inj der Gesellschaft konkret wird. Im und um das Nymphenburger Schloss gibt es eine lange Tradition des auf verschiedenen Ebenen geführten Dialogs, in die wir uns stellen.

Probleme unserer Gesellschaft sind herkunfts-, religions- und kulturunabhängig. Die NYMPHENBURGER GESPRÄCHE wollen unsbesondere dazu beitragen, das gesellschaftliche Miteinander unterschiedlicher kultureller, religiöser und ethnischer Gruppierungen zu fördern, das Gespräch solcher Gruppierungen miteinander in Gang zu bringen und in Gang zu halten und konkrete Lösungsmöglichkeiten der Probleme auf dem Weg dahin zu diskutieren, vorzuschlagen und der Verwirklichung näher zu bringen. Die gemeinsamen Werte, die alle Menschen einigen, nämlich das Ethos der Humanität, stellen die Basis dieser Bemühungen dar. 

 

Zielsetzung

Oberstes  Ziel der NYMPHENBURGER GESPRÄCHE ist es, als Impulsgeber für die Multiplikatoren des interkulturellen und interreligiösen Dialogs zu dienen, die zum Ziel haben, das friedliche Zusammenleben zwischen Angehörigen von unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Nationen zu fördern und das Bewusstsein über die gemeinsamen Werte in der Gesellschaft zu stärken. Die NYMPHENBURGER GESPRÄCHE sollen dazu beitragen, dass die kulturelle und religiöse Vielfalt als Bereicherung empfunden und diese Vielfalt innerhalb unserer Stadt München voll zur Geltung gebracht wird.

Dabei verkennen wir nicht die gefährlichen Tendenzen, die unsere Gesellschaft zu spalten drohen: Dialogverweigerung, gegenseitige Abgrenzung und Ausgrenzung, religiös begründete Unverträglichkeit der Kulturen und Traditionen, Bewahrung der eigenen Identität durch Verteufelung der anderen. Genau diesen Tendenzen wollen die NYMPHENBURGER GESPRÄCHE entgegenwirken. Es gibt keine vernünftige Alternative zum Dialog.

 

 

Geleitwort des Schirmherrn

 

 

Ich habe mich gefreut, als man mich gebeten hat, die Schirmherrschaft über die NYMPHENBURGER GESPRÄCHE zu übernehmen. Ich tue dies gerne, da ich die Ziele dieser Veranstaltung unterstützen möchte.

Die Welt, in der wir heute leben, bietet wesentlich mehr Mitbürgern zahlreiche Möglichkeiten, fremde Menschen und Kulturen kennenzulernen, als wir uns das noch vor fünfzig Jahren vorstellen konnten. Nicht nur Reisen können den Einblick in fremde Welten eröffnen, sondern die Welt kommt per Medien, vor allem via Internet, zu uns nach Hause. Aber kommen sich damit die Menschen auch näher? Wächst die Kenntnis voneinander und das Verständnis füreinander durch diese Informationsflut? Es scheint nicht der Fall zu sein.

So ist es eine Binsenweisheit, dass nur der direkte Kontakt, sozusagen auf Augenhöhe, unverstellt einen Blick auf den Mitmenschen, das zutiefst Menschliche in seiner jeweiligen religiös, kulturell und sozial bestimmten Ausprägung, ermöglicht. Nur die Begegnung mit Kunst stellt noch vergleichbare Chancen, sich selbst im Fremden zu erkennen, bereit.

Anlässe und Orte der Begegnung und des Gesprächs für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion sind in der Realität selten, aber nur sie schaffen Verständnis für ethnische und nationale Besonderheiten, Ideen, Weltanschauungen und Religionen. Denn nur aus dem Verstehen des Anderen wächst Toleranz und das konstruktive Miteinander, das gestattet, die fremde Kultur und Religion ohne die Angst vor der Aufgabe des eigenen als Bereicherung zu gewinnen.

Die NYMPHENBURGER GESPRÄCHE haben es sich zum Ziel gesetzt, in diesem Sinne zu wirken. Sie wollen einen Ort für den vielstimmigen Dialog zwischen den muslimischen, jüdischen und christlichen Menschen bereitstellen und damit zum Aufbau einer friedvollen Gesellschaft beitragen. Diesem ehrenwerten Vorhaben wünsche ich Erfolg und Nachhaltigkeit.

 

Herzog Franz von Bayern

 

 

Grußwort des Oberbürgermeisters

 

 

München ist eine weltoffene, multikulturelle und multireligiöse Stadt, die seit Jahrhunderten durch Zuwanderung entscheidend geprägt wurde und wird.Heute leben Menschen aus über 180 Nationen in unserer Stadt, mehr als ein Drittel der Münchnerinnen und Münchner haben einen Migrationshintergrund.

Die Stadt betreibt deshalb seit langem schon eine aktive Integrationspolitik und ist zahlreiche Selbstverpflichtungen auf wichtigen Handlungsfeldern eingegangen: so etwa bei der interkulturellen Öffnung, bei der Bildung, im Bereich Ausbildung und Arbeitsmarkt, bei der Sprachförderung, beim Abbau von Diskriminierung sowie bei der Förderung gesellschaftlicher Teilhabe. Mit dem 2008 vom Münchner Stadtrat einstimmig beschlossenen interkulturellen Integrationskonzept haben wir dafür den verbindlichen Rahmen geschaffen. Begleitet, unterstützt und fortgeschrieben werden die einzelnen Maßnahmen von der Stelle für interkulturelle Arbeit der Landeshauptstadt München, dem zentralen Bindeglied zwischen Verwaltung, Verbänden und Organisationen. Damit will die Stadt ein klares Zeichen setzen, dass sie das friedliche und respektvolle Zusammenleben aller Bürgerinnen und Bürger gezielt fördert und sich jeder als Teil der kulturellen und religiösen Vielfalt Münchens erleben und einbringen soll.

Als ideale Ergänzung zu den städtischen Bemühungen bieten die NYMPHENBURGER GESPRÄCHE ein offenes Forum, um den Dialog der Kulturen und Religionen ebenfalls voranzubringen und durch Vorträge, Diskussionen, Seminare und Symposien weiter zu vertiefen. Ich begrüße diese Initiative und ihr Engagement für ein friedliches Miteinander daher ausdrücklich und wünsche ihren Aktivitäten große Aufmerksamkeit beim Publikum und eine breite gesellschaftliche Wirkung.

Christian Ude